FORTBILDUNG

Der Auftrag des Instituts für Lehrerbildung geht über die Grundausbildung hinaus. Die Fortbildung teilt sich dabei in zwei Bereiche:

Das Studienseminar

Das Studienseminar am IfL ist in Paraguay etwas Besonderes und Einmaliges. Zwar war das sogenannte „Programa de Seguimiento“ schon bei der Reform der Lehrerausbildung 1974 vorgesehen, wurde aber nie praktisch umgesetzt. Seit 1990 und nicht zuletzt als eine Innovation von Seiten deutscher Auslandsdienstlehrkräfte wurde es für die Junglehrer der Mennonitenschulen eingeführt.
   
Nach der dreijährigen Berufsausbildung nehmen die Junglehrer an einem berufsbegleitenden Studienseminar teil. Diese Teilnahme ist für die Junglehrer der Mennonitenschulen verpflichtend. Inhaltlich orientiert sich das Studienseminar eher an den Bedürfnissen der Absolventen des IfL, aber auch Abgänger aus anderen Instituten und Sekundarschullehrer, die von der Universität in Asunción kommen, werden angehalten, das Studienseminar zu besuchen. Das Studienseminar teilt sich in drei Regionalseminare, davon wird eines in Filadelfia, eines in Loma Plata und eines in Asunción geführt.

Anforderungen des Studienseminars:

1. Jahr:
    => 4 benotete Unterrichtsbesuche durch Regionalleiter
    => 7 Halbtagsseminare der Regionalseminare
    => 1 zentrales Seminar (ganztägig)
    => Beratungsgespräche zwischen Junglehrern und Mentoren
2. Jahr
    => 4 benotete Unterrichtsbesuche durch Regionalleiter
    => 7 Halbtagsseminare der Regionalseminare
    => 1 zentrales Seminar (ganztägig)
    => Beratungsgespräche zwischen Junglehrern und Mentoren
    => Zulassungsarbeit: Schriftliche Darlegung einer Unterrichtseinheit
    => Mündliche Abschlussprüfung in 2 Unterrichtsfächern
    => Abschlusszeugnis / Zertifikat

Lehrerfortbildungen

Das IfL ist verantwortlich, Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrer der Primar- und Sekundarschulen der Trägerkolonien anzubieten. Die Themen dieser Veranstaltungen können von den Fachdozenten des Instituts vorgeschlagen oder aber auch von den Vereinen beantragt werden. Sie dürfen sich beim IfL melden, um eines oder mehrere unserer Angebote zu beantragen.

Fortbildungsangebot 2021

Schüleraktivierende Methoden für den Unterricht zur Erweiterung der Sachkompetenz, der Urteilskompetenz, der Sozialkompetenz

Referentin: Domenika Eitzen
Arbeitsform:
Hinführend zum Thema erfolgt ein kurzer Theorieschub von der Referentin. Dabei sollen drei Punkte erörtert werden:

  1. Absichten des Einsatzes von Methoden im Unterricht
  2. Voraussetzungen für den gelingenden Einsatz von Methoden
  3. Qualität vor Quantität oder Methodenkompetenz

Danach erarbeiten die Teilnehmer*innen in Tandems unterschiedliche Methoden, (halten ihre Erkenntnisse schriftlich fest, um in einem nächsten Schritt, je nach Wunsch des Kollegiums, ein Methodenheft für die Schule anzufertigen). Am Ende werden die Ergebnisse präsentiert.
Material:
Nach Möglichkeit ein PC – ist aber nicht absolut erforderlich.
Zeit:
ca. 150 Minuten, Pause miteingeschlossen.
Kontakt: Domenika Eitzen | domenika.eitzen@gmail.com | +595 985953040

Praktische Tipps zur Vermittlung einer Fremdsprache

Referentin: Miriam Esau
Themenbeschreibung
Bei diesem Fortbildungsangebot handelt es sich um einen Workshop, dem eine eher kurze theoretische Phase vorhergeht.
In der theoretischen Phase geht es um Themen, wie…

  • Vorteile der Mehrsprachigkeit (evtl. kurze Referenz zu Herausforderungen der Mehrsprachigkeit im Unterricht).
  • Adressieren und Beantworten von Fragen, wie z.B. Wie wird eine Fremdsprache gelernt von Kindern? Wo müssen wir beim Fremdsprachunterricht ansetzen? Wie funktioniert das Gehirn im Zweitspracherwerb? (Neurodidaktische Ansätze)

Beim Workshop soll auf den kompetenzorientierten Fremdsprachenunterricht eingegangen werden. Dabei geht’s um praktische Beispiele zu den vier Kompetenzbereichen (Lesen, Sprechen, Hören, Schreiben) mit jeweiligen Bewertungsvorschlägen, Differenzierungsvorschlägen und Hinweisen zur Fehlerkorrektur. Der Aspekt der Interkulturalität beim Fremdsprachenlernen wird ebenfalls integriert und Bestandteil des Workshops.
Kontakt: Miriam Esau | esau.miriam.29@gmail.com | +595 983413750

Kinder haben ein Recht darauf, Kinder zu sein

Referent: Eugen Friesen
Themenbeschreibung:
Es liegt in der Natur eines gesunden Menschen, dass er sein Kind liebt und es nach bestem Wissen und Gewissen erziehen möchte, so dass dem Kind eine Zukunft ermöglicht wird. Trotzdem verspüren Eltern eine enorme Unsicherheit darüber, wie sie ihr Kind zu erziehen haben. Manche identifizieren sich mit der Erziehungsform, die sie selber genossen haben, andere schlagen ganz bewusst andere Erziehungswege ein. Jedes Elternpaar muss den Weg in der Erziehung seiner eigenen Kinder finden und entwickeln.
Und doch gibt es gewisse Dinge, die man unbedingt wissen und berücksichtigen sollte. Zu diesen gehören beispielsweise, wie sich die Psyche eines Kindes entwickelt, und was passieren kann, wenn diese Entwicklung nicht in einem gesunden Rahmen geschieht, wenn man gar als Eltern einer natürlichen Entwicklung im Wege steht.
Dieser Vortrag fasst die Gedanken des Buches „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ von Michael Winterhoff zusammen und soll einladen, über die Entwicklung unserer eigenen Gesellschaft zu reflektieren.
Kontakt: Eugen Friesen | director.ifd@gmail.com | +595981223672

Emotionale Intelligenz

Referentin: Wendy Friesen
Themenbeschreibung
Haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, emotionale und soziale Fähigkeiten zu verinnerlichen, wenn sie lernen richtig mit den eigenen Emotionen und die der anderen umzugehen, also ein soziales Bewusstsein zu entwickeln, können sie sich intensiver mit Lernprozessen beschäftigen und ihr geistiges Potential entfalten. Das Konzept der emotionalen Intelligenz bringt Kopf und Herz ins Gleichgewicht.
In einem Vortrag werden die Begriffsbestimmung und das Konzept der Emotionalen Intelligenz vorgestellt, wie auch die Nutzmöglichkeiten und dessen Einfluss im Schulalltag erläutert.
In dem darauffolgenden Workshop, werden Strategien der Förderung der Wahrnehmung, des Verstehens, der Nutzung und Regulation von Emotionen bei Kindern, praktisch durchgeführt.
Kontakt: Wendy Friesen | wendy.friesen@hotmail.com | +595 981665005

Wertevermittlung im Unterricht

Referent: Oliver Dürksen
Themenbeschreibung:
Teil des Erziehungs- und Bildungsauftrages einer (christlichen) Schule ist nicht nur die Vermittlung von Inhalten, sondern eben auch die Charakterbildung und die Vermittlung von (biblischen) Werten. Jede Gesellschaft ist von gewissen Werten geprägt, die sich im Laufe der Zeit auch ändern können (Zeitgeist). Aus biblischer Sicht gibt es unterschiedliche Werte, die zeit- und kulturübergreifend sind. Daher gilt es zunächst einmal danach zu fragen, welches aus biblischer Sicht zentrale Werte sind, die es wert sind, sie an junge Menschen weiterzuvermitteln. Damit hängt natürlich auch die Frage zusammen, wie diese Grundwerte angemessen weitervermittelt werden können und zwar im Rahmen des Unterrichtes.
Kontakt: Oliver Dürksen | oliver.duerksen@yahoo.com | +595 984 858 877